Zahnimplantate: Ablauf, Kosten und Vorteile

Alles ueber Zahnimplantate in der Schweiz: Ablauf der Behandlung, Kosten, Voraussetzungen und Vorteile gegenueber herkoemmlichem Zahnersatz.

Zahnimplantate gelten in der modernen Zahnmedizin als Goldstandard fuer den Ersatz fehlender Zaehne. Ein Implantat ist eine kuenstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik, die in den Kieferknochen eingesetzt wird und als stabiler Anker fuer eine Krone, Bruecke oder Prothese dient. In der Schweiz werden jaehrlich rund 100'000 Implantate gesetzt – Tendenz steigend.

Wie funktioniert ein Zahnimplantat?

Ein Zahnimplantat besteht aus drei Teilen: dem Implantatkörper, der im Kieferknochen verankert wird, dem Abutment (Verbindungsstueck), das aus dem Zahnfleisch ragt, und der sichtbaren Krone, die den natuerlichen Zahn ersetzt. Der Implantatkörper ist in der Regel eine Schraube aus Titan, einem biokompatiblen Material, das vom Koerper hervorragend angenommen wird. In den letzten Jahren haben sich auch Keramikimplantate aus Zirkonoxid als metallfrei Alternative etabliert.

Der entscheidende Vorteil gegenueber herkoemmlichem Zahnersatz liegt in der sogenannten Osseointegration: Das Implantat waechst fest in den Knochen ein und bildet so eine aeusserst stabile Verbindung. Dieser Prozess dauert in der Regel drei bis sechs Monate, wobei moderne Oberflaechen die Einheilung beschleunigen koennen.

Ablauf der Implantation

Voruntersuchung und Planung

Vor der Implantation fuehrt der Zahnarzt eine gruendliche Untersuchung durch. Dazu gehoeren Roentgenaufnahmen und haeufig eine dreidimensionale Aufnahme mittels DVT (Digitale Volumentomographie). Anhand dieser Daten wird die Implantation am Computer geplant: Position, Winkel und Groesse des Implantats werden praezise festgelegt.

Der chirurgische Eingriff

Die Implantation erfolgt in der Regel unter Lokalaenaesthesie. Der Zahnarzt eroeffnet das Zahnfleisch, bereitet den Kieferknochen mit speziellen Bohrern vor und setzt das Implantat ein. Der Eingriff dauert pro Implantat etwa 30 bis 60 Minuten. Bei vielen Patienten kann ein provisorischer Zahnersatz sofort eingegliedert werden, sodass keine sichtbare Luecke entsteht.

Einheilphase und Versorgung

Nach dem Einsetzen beginnt die Einheilphase, in der das Implantat mit dem Knochen verwachst. Waehrend dieser Zeit sollten starke Belastungen vermieden werden. Nach erfolgreicher Einheilung wird das Abutment aufgesetzt und die endgueltige Krone oder Bruecke angefertigt. Die definitive Versorgung wird im zahntechnischen Labor individuell hergestellt und passt sich farblich und formlich den Nachbarzaehnen an.

Voraussetzungen fuer Implantate

Nicht jeder Patient ist automatisch fuer ein Implantat geeignet. Folgende Voraussetzungen muessen erfuellt sein:

  • Ausreichendes Knochenangebot: Der Kieferknochen muss genuegend Substanz bieten, um das Implantat stabil zu verankern. Bei Knochenrueckgang kann ein Knochenaufbau (Augmentation) noetig sein.
  • Abgeschlossenes Kieferwachstum: Implantate werden in der Regel erst ab dem 18. Lebensjahr gesetzt.
  • Gute Mundhygiene: Eine konsequente Zahnpflege ist Voraussetzung fuer den Langzeiterfolg.
  • Allgemeingesundheit: Bestimmte Erkrankungen wie unkontrollierter Diabetes oder starkes Rauchen koennen die Einheilung beeintraechtigen.

Kosten in der Schweiz

Zahnimplantate gehoeren in der Schweiz zu den kostspieligeren Behandlungen. Die Kosten fuer ein einzelnes Implantat inklusive Krone liegen in der Regel zwischen CHF 3'500 und CHF 6'000. Der Preis setzt sich zusammen aus:

LeistungUngefaehre Kosten
Implantatkörper (chirurgischer Eingriff)CHF 1'500 – 2'500
AbutmentCHF 500 – 800
Krone (Zahntechnik und Eingliederung)CHF 1'200 – 2'500
Voruntersuchung und DVTCHF 200 – 500

Bei zusaetzlichem Knochenaufbau koennen die Gesamtkosten auf CHF 6'000 bis CHF 10'000 steigen. Die Kosten variieren je nach Kanton und Praxis erheblich – in staedtischen Gebieten wie Zuerich oder Genf liegen die Preise tendenziell hoeher als in laendlichen Regionen.

Vorteile gegenueber herkoemmlichem Zahnersatz

Zahnimplantate bieten gegenueber Bruecken und Prothesen wesentliche Vorteile:

  • Kein Beschleifen der Nachbarzaehne: Fuer eine Bruecke muessen die benachbarten Zaehne abgeschliffen werden. Beim Implantat bleiben sie unberuehrt.
  • Knochenerhalt: Das Implantat stimuliert den Kieferknochen und beugt dem Knochenabbau vor, der nach einem Zahnverlust natuerlich eintritt.
  • Natuerliches Gefuehl: Implantate fuehlen sich an wie eigene Zaehne und bieten vollen Kaukomfort.
  • Langlebigkeit: Bei guter Pflege halten Implantate mehrere Jahrzehnte. Studien zeigen Erfolgsraten von ueber 95 Prozent nach zehn Jahren.
  • Aesthetik: Die Krone auf dem Implantat ist optisch von natuerlichen Zaehnen kaum zu unterscheiden.

Risiken und Komplikationen

Wie jeder chirurgische Eingriff bergen auch Implantationen gewisse Risiken. Die haeufigsten Komplikationen sind Infektionen, Nervenverletzungen oder eine unzureichende Einheilung. In seltenen Faellen kommt es zur sogenannten Periimplantitis, einer Entzuendung des Gewebes rund um das Implantat. Durch sorgfaeltige Planung, steriles Arbeiten und konsequente Nachsorge lassen sich die Risiken jedoch auf ein Minimum reduzieren.

Fazit

Zahnimplantate sind eine hochwertige, langlebige Loesung fuer den Ersatz fehlender Zaehne. In der Schweiz werden Implantationen auf hoechstem Niveau durchgefuehrt. Trotz der hoeheren Anfangskosten lohnt sich die Investition haeufig langfristig – sowohl in Bezug auf Komfort und Aesthetik als auch auf den Erhalt der Kieferknochenstruktur. Lassen Sie sich von Ihrer Zahnmedizinerin oder Ihrem Zahnmediziner individuell beraten und holen Sie bei Bedarf eine Zweitmeinung ein.