Die Grundlage fuer gesunde Zaehne wird in der Kindheit gelegt. Von den ersten Milchzaehnen bis zum vollstaendigen bleibenden Gebiss durchlaufen Kinder verschiedene Phasen, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Zahnpflege stellen. In der Schweiz engagieren sich Schulzahnkliniken, Schulzahnaerzte und Praeventivangebote dafuer, dass Kinder frueh lernen, ihre Zaehne richtig zu pflegen.
Ab wann beginnt die Zahnpflege?
Vor dem ersten Zahn
Schon bevor der erste Zahn sichtbar wird, koennen Eltern die Mundhygiene ihres Babys foerdern. Nach dem Stillen oder der Flasche kann der Kiefer sanft mit einem feuchten Tuch oder einer Fingerbursttte abgewischt werden. Dies gewoeht das Kind an die Mundreinigung und bereitet auf das spaetere Zaehneputzen vor.
Der erste Zahn ist da (ca. 6 Monate)
Sobald der erste Milchzahn durchbricht – meist um den sechsten Lebensmonat – beginnt das Zaehneputzen. Verwenden Sie eine weiche Babyzahnbuerste mit kleinem Kopf und einen reiskorngrossen Klecks fluoridhaltige Kinderzahnpasta (1'000 ppm Fluorid). Putzen Sie die Zaehne einmal taeglich, am besten abends.
Ab dem zweiten Lebensjahr
Ab dem zweiten Geburtstag wird zweimal taeglich geputzt – morgens und abends. Die Zahnpastamenge bleibt reiskorn- bis erbsengross. Kinder in diesem Alter moechten oft selbst putzen, was als spielerische Uebung erlaubt werden sollte. Die gruendliche Reinigung muessen jedoch die Eltern uebernehmen.
Eltern putzen nach: Bis wann?
Kinder koennen ihre Zaehne erst dann selbststaendig gruendlich reinigen, wenn sie ueber genuegend Feinmotorik verfuegen. Als Faustregel gilt: Solange ein Kind nicht fluessig Schreibschrift schreiben kann, sollten Eltern die Zaehne nachputzen. In der Praxis bedeutet das: bis zum Alter von acht bis neun Jahren.
Dieses Nachputzen ist entscheidend, denn Kinder neigen dazu, bestimmte Bereiche – insbesondere die Kauflaechen der Backenzaehne und die Innenseiten – zu vernachlaessigen. Machen Sie das Nachputzen zu einem festen Ritual und stellen Sie es nicht als Kritik dar, sondern als selbstverstaendlichen Teil der Abendreoutine.
Die richtige Zahnbuerste fuer Kinder
Kinderzahnbuersten sollten folgende Merkmale aufweisen:
- Kleiner Buerstenkopf: Angepasst an den kleinen Kindermund
- Weiche Borsten: Um Zahnfleisch und Zahnschmelz zu schonen
- Rutschfester, dicker Griff: Erleichtert dem Kind das Halten
- Altersgerechtes Design: Bunte Farben und Motive motivieren zum Putzen
Elektrische Zahnbuersten fuer Kinder koennen ab dem Vorschulalter eine sinnvolle Option sein. Viele Modelle bieten spielerische Elemente wie Apps mit Putz-Timern, die Kinder zum gruendlichen Putzen motivieren.
Fluorid: Schutz fuer Kinderzaehne
Fluorid ist der wichtigste Wirkstoff in der Kariesprävention. Die aktuellen Empfehlungen fuer die Schweiz lauten:
- 0 bis 2 Jahre: Zahnpasta mit 1'000 ppm Fluorid, reiskorngrosse Menge, einmal taeglich
- 2 bis 6 Jahre: Zahnpasta mit 1'000 ppm Fluorid, erbsengrosse Menge, zweimal taeglich
- Ab 6 Jahren: Zahnpasta mit 1'450 ppm Fluorid (Erwachsenenzahnpasta), zweimal taeglich
In der Schweiz wird auf die Gabe von Fluoridtabletten zunehmend verzichtet, da die Fluoridversorgung ueber die Zahnpasta als ausreichend gilt. Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Kinderarzt oder Zahnarzt.
Die Milchzaehne pflegen: Warum das wichtig ist
Manche Eltern unterschaetzen die Bedeutung der Milchzaehne, weil sie spaeter ohnehin ausfallen. Doch gesunde Milchzaehne sind aus mehreren Gruenden unverzichtbar:
- Platzhalter: Milchzaehne halten den Platz fuer die nachfolgenden bleibenden Zaehne frei. Geht ein Milchzahn zu frueh verloren, koennen die Nachbarzaehne in die Luecke kippen und den bleibenden Zahn blockieren.
- Kaufunktion: Kinder brauchen gesunde Zaehne fuer eine ausgewogene Ernaehrung.
- Sprachentwicklung: Die Frontzaehne sind wichtig fuer die korrekte Lautbildung.
- Selbstvertrauen: Kinder mit karioeeszen oder fehlenden Zaehnen fuehlen sich oft unwohl.
- Gesundheit: Unbehandelte Milchzahnkaries kann zu schmerzhaften Abszessen fuehren und die darunterliegenden Zahnkeime schaedigen.
Der erste Zahnarztbesuch
In der Schweiz empfehlen Zahnmediziner den ersten Zahnarztbesuch um den ersten Geburtstag herum oder sobald die ersten Zaehne da sind. Dieser fruehe Besuch dient dazu:
- Den Zustand der Zaehne und des Kiefers zu beurteilen
- Die Eltern zur Zahnpflege und Ernaehrung zu beraten
- Dem Kind eine positive erste Erfahrung beim Zahnarzt zu ermoeglichen
Schulzahnaerztlicher Dienst
Die Schweiz verfuegt ueber ein gut ausgebautes System der Schulzahnpflege. In vielen Kantonen werden Schulkinder regelmaessig vom Schulzahnarzt oder der Schulzahnpflegerin untersucht. Die Kosten traegt in der Regel die Gemeinde. Dieses System traegt massgeblich dazu bei, dass Kariesprobleme bei Kindern frueh erkannt und behandelt werden.
Haeufige Probleme bei Kindern
Nuckelflaschenkaries (Nursing-Bottle-Syndrom)
Wenn Kleinkinder haeufig und ueber laengere Zeit zuckerhaltige Getraenke (Fruchtsaft, gesuesster Tee) aus der Flasche trinken – insbesondere zum Einschlafen – kann dies zu schwerer Karies an den Milchzaehnen fuehren. Die oberen Frontzaehne sind am staerksten betroffen. Vorbeugung: Ab dem ersten Geburtstag Getraenke aus dem Becher anbieten, und in der Flasche nur Wasser oder ungesuessten Tee geben.
Daumenlutschen und Nuggi
Daumenlutschen und die Nutzung eines Nuggis (Schnullers) sind in den ersten Lebensjahren normal. Wird die Gewohnheit jedoch ueber das dritte Lebensjahr hinaus fortgesetzt, kann dies zu Zahnfehlstellungen fuehren – insbesondere zu einem offenen Biss. Helfen Sie Ihrem Kind, die Gewohnheit behutsam abzulegen, und suchen Sie bei Bedarf eine Kieferorthopaedien oder Ihren Zahnarzt auf.
Zahnpflege-Checkliste fuer Eltern
- Ab dem ersten Zahn taeglich putzen
- Bis zum Alter von 8 bis 9 Jahren nachputzen
- Fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwenden
- Zahnbuerste alle drei Monate wechseln
- Zwischenmahlzeiten und Suessgetraenke begrenzen
- Regelmaessige Zahnarztbesuche ab dem ersten Geburtstag
- Nuggi-Abgewoenung bis zum dritten Geburtstag anstreben